"Modell"-Baubericht

Der erste Prototyp bzw. die ersten Modelle fliegen ja schon seit geraumer Zeit. Ich selber muss mir aber erst einen Bauen, was im Sommer naturgemäß eher langsam von Statten geht. An dieser Stelle werde ich dennoch Schrittweise über den Bau meines ersten Modells berichten.

 

Steckhaube

Die Haubenform wurde mit 2K-Autolack in Grün (RAL 6010) lackiert und mit weißem Lack hinterspritzt, um am späteren Modell überall den selben Farbton zu haben. Über Nacht durfte der Lack aushärten ehe es am nächsten vormittag ans Harzpanschen ging. Nachdem die Gewebe (5 mal 100g/m² GFK-Gewebe) zurechtgeschnitten und der Ballon auf die Lanze aufgezogen war, wurde das Harz (10g +4g) abgemischt und mit dem Pinsel in die Form gebracht. Danach wurde die einzelnen Gewebelagen trocken in die Form eingelegt und die Ränder mit einer gebogenen Schere besäumt. Die fünfte und somit letzte Lage wurde in 45/45° eingelegt, um eine bessere Verklebung durch die doppelte Fadenanzahl zu gewährleisten. Hier wurde nun bei einer Formenhälfte ein Gewebeüberstand (+8mm) auf der Oberseite, bei der anderen Formenhälfte auf der Unterseite belassen; die Trennebene so gut wie möglich gereinigt und die Lanze mit dem Ballon in die Form gelegt. Nun konnte ich die Form schließen... Mit einer Taschenlampe und einem Holzspatel konnte ich noch eventuell eingezwicktes Gewebe in die Form drücken. Die Form wurde nun verschraubt und anschließend vorsichtig mit einer Luftpumpe der Ballon auf 1,7bar aufgepumpt. Der Ballon ist zwar ziemlich dicht, verliert aber dennoch minimal an Luft. Deshalb hänge ich das Ganze sicherheitshalber an den Kompressor. Ein zwischengesteckter Druckminderer hält den Druck so konstant. An meiner Lanze habe ich noch direkt ein Manometer und danach ein Rückschlagventil angeschlossen. So kann ich die Form jederzeit problemlos vom Kompressor nehmen und frei bewegen, falls es notwendig sein sollte.

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Rumpf

Vor ein paar Tagen habe ich meine Rumpfform mit UP-Vorgelat einlackiert (eingefärbt mit Zinkgelb-Farbpaste von R&G, weiß hinterspritzt). Im Sommer kann ich dieses Teufelszeug verwenden, da ich es im Freien aushärten lassen kann. Das Zeug stinkt wirklich schlimm, trennt aber sehr gut und ich kann die einlackierte Form auch länger liegen lassen...
Der Rumpf an sich wird -wie auf dem Bild unten ersichtlich- mit insgesamt 4 Lagen 100g/m² CFK-UD-Gelege (M40J) aufgebaut. Als Verklebung dient ein CFK-Biax-Gelege mit 100g/m². Vorne im Rumpfboot liegen insgesamt 3 Lagen 296g/m² GFK-Gewebe (2 mal 0/90°, 1 mal 45/45° als Verklebung) und 2 Lagen GFK-UD-Band, von der ich die Grammatur leider nicht kenne. Im Bereich des Haubenausschnitts wurden natürlich noch GFK-Roovings als Kantenverstärkung eingebracht. Ebenso sind CFK-Roovings (UMS40) im Bereich der Flächen- und Leitwerksaufnahme und 2 Roovings je Seite durchgehend vom Rumpfboot bis ganz nach hinten. Das ganze Paket wurde anschließend mit einem Modellierballon vom Typ Qualatex 660 moderat mit 1bar Druck aufgeblasen. Herausgekommen ist dann ein schöner Rumpf in Zinkgelb.

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Leitwerk

Aktuell wird ein Leitwerk gebaut. Dafür wurde die Negativform wieder mit UP-Vorgelat einlackiert. Für die Außenlage kommt ein leichtes Kohlefaser A-Spread Gewebe mit 62g/m² (IMS65) zum Einsatz. Der Holmgurt bekommt eine Lage 100g/m² CFK-UD-Gelege (M40J). In der Innenlage verwende ich ein leichtes Glasfasergewebe mit 25g/m² und kleine Verstärkungen aus Kohlefaser. Da ich noch passendes Rohacell in 1mm liegen habe, wird dieses als Stützstoff eingesetzt. Leitwerke baue ich mittlerweile in zwei Arbeitsschritten. Zuerst werden die Außenlage samt Holmgurt und Stützstoff laminiert und unter Vakuum ausgehärtet. Danach schabe ich die Ausnehmungen für den Holmsteg um im Scharnierbereich aus dem Stützstoff heraus und schleife den Stützstoff auch entsprechend ab. In einem zweiten Arbeitsgang folgt dann die Innenlage mit den Verstärkungen. Ist alles durchgehärtet, folgt das Besäumen der Nasenleiste und der Einbau der Stege und der Verbindertaschen kann beginnen. Die Stege fräse ich teilweise aus einem Balsa/GFK-Sandwich genau auf Maß. Teils verwende ich für die Stege aber auch Depronstreifen, über welche ein CFK-Schlauch gespannt wird. 

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